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Zukunftsmusik ?

Wenn zwei Leute zufällig mal das gleiche erzählen, ist das für die meisten Journalisten ein Trend. Insofern ist die Rubrik „Zukunftsmusik“ für Renée Zuckers Artikel über die andere Seite der Zunahme globaler Arbeitsteilung, über westliche Rentner, die die (noch deutlich) niedrigeren Lebenshaltungskosten in der (noch deutlich) dritten Welt nutzen, um ihrer nominell bescheidene Euro- oder Dollar-Renten mittels eines Umzugs vermutlich nicht unbeachtliche Lebensstandard-Renditen zu bescheren.

Ob sich aber daher bald eine Nordwest-Südost-Migration zum Ausgleich der Südost-Nordwest-Migration ergeben wird, ist wohl eher fraglich: die kulturellen Barrieren dürften in den meisten Fällen wohl doch zu groß sein, selbst für eine zukünnftige, mit Goa aufgewachsene Rentnergeneration.

Andererseits vermittelt die Bundesagentur für Arbeit auch schon deutsche Arbeitskräfte nach Indien, die dort für die dort fürstliche Summe von etwa 900€ ein sehr gutes Leben führen können. Problematisch wird das nur bei einem späteren Wunsch nach Rückkehr – denn das dort fürstliche Einkommen reicht vermutlich nicht mal zu einer Kapitalbildung, die eine Altersssicherung in Höhe der hier erforderlichen Mindestrente.

Während die zunehmende Vernetzung der Welt dazu führt, daß Migration im Regelfall nicht mehr zu einer kompletten Separation der Ursprungskultur führt, könnte sich „Gastarbeiter-Migration“ aus der ersten Welt zu einer wirtschaftlichen Einbahnstraße entwickeln, mit den absehbaren politischen Verteilungskämpfe hinsichtlich der Versorgung von Rückkehrwilligen.

„Vergesst Mallorca, glaubt an Goa: Deutsche Pensionäre haben die Aussteigerstrände Indiens erobert. Nach den lästigen Hippis und lärmenden Ravern freuen sich die Einheimischen über die verträglichen Nachbarn. Liegt hier das neue Rentnerparadies?“

Zukunftsmusik: Mit Kukident nach Goa – SPIEGEL ONLINE

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