Was geht denn hier? Hat Hans-Christian Ströbele (MdB) es mittlerweile nötig auf Vorlagen aus den USA zu warten um die Aufmerksamkeits-Konfliktmaschine in Gang zu setzen?

„Ich würde es als Zeichen der Integration werten, wenn türkisch-stämmige Mitbürger die dritte Strophe auf türkisch singen könnten“, zitiert die Berliner Zeitung B.Z. den Grünen-Fraktionsvize Ströbele in ihrer Mittwochsausgabe. (und ich zitiere die Zeit)

In den USA läuft auf einem Nebenkriegsschauplatz der wahlkampfbelasteten Diskussion um die Frage der Kriminalisierung illegaler Einwanderer gerade eine niveaufreie Debatte darüber, ob die Nationalhymne auch auf spanisch gesungen werden dürfe, bzw. ob sie auf spanisch das gleiche bedeute. Daher also Ströbeles Statement.

Nun ja, ein bedeutenderes Zeichen von Integration wäre es wohl, wenn sie die Hymne auf deutsch singen würden, das wird wohl auch Herr Ströbele kaum anders sehen können.

Andererseits, ich hätte auch nichts gegen eine türkische Version von „Einigkeit und Recht und Freiheit“, oder eine auf Kanak Sprak. Dann können Sarah Connor und Grup Tekkan auch endlich gemeinsam auftreten, vielleicht schon vor dem WM-Finale gegen Brasilien?

Krass gemeinsam voll Respekt
Frei bist deusche Vadderland
Blüh im Sonnenlicht von Dein Glücke
korrektes deusches Vadderland

Wenn Ströbele allerdings nicht explizit von der dritten Strophe (also der Nationalhymne) gesprochen hätte, vielleicht wäre die Ablehnung nicht so deutlich ausgefallen. Die erste Strophe von Hoffmann von Fallerslebens Lied der Deutschen würden vielleicht auch einige sonst des türkischen wohl eher nicht mächtige Deutsche gerne mal auf türkisch singen. Denn auf deutsch dürfen sie ja zumeist nicht.

Das wäre dann wohl wirklich ein Beleg für gelungene Integration…