Matthias Döpfners (Vorstandsvorsitzender von Axel Springer SE) Google-Kritik in der FAZ ist wirklich lesenswert, auch wenn Google als Datenkrake angesichts der im letzten Jahr bekannt gewordenen Dimension staatlicher Überwachung möglicherweise nicht mehr so bedrohlich wirkt wie vorher. Der Artikel ist denn auch am stärksten an den Stellen, an denen er das gesellschaftliche Bedrohungspotential von Datensammlungen betont. Am schwächsten da, wo er die geschäftliche Abhängigkeit herausstellt.

Man kommt leider nicht umhin, sich zu fragen, inwieweit Döpfners Plädoyer für Freiheit und Datenschutz nicht ein wenig vorgeschoben ist. Es bleibt in diesem Zusammenhang abzuwarten, wie die Presseerzeugnisse seines Hauses auf solche Aussagen in den anstehenden Datenschutz-Debatten reagieren werden. Interessant finde ich auch die nur halbherzig versteckte regulative Drohung, mit der er schließt:

„Ein anderer Weg wäre die freiwillige Selbstbeschränkung des Siegers. Ist es wirklich klug, zu warten, bis der erste ernstzunehmende Politiker die Zerschlagung Googles fordert? Oder, noch schlimmer: bis die Bürger Ihnen die Gefolgschaft verweigern – solange sie noch können? Wir jedenfalls können es schon nicht mehr.“