Bei Fabian Mohr (Notebook | Online Journalismus) findet sich eine überaus interessante Diskussion über das Verhältnis von – sich selbst offenbar als angehende Elitejournalisten wahrnehmenden – Studenten der Deutschen Journalistenschule zu Onlinemedien im allgemeinen und zu Blogs im speziellen. Eine Diskussion, die das Verhätnis von – deutschen – Journalisten und Verlagen zu Onlinemedien vielleicht besser charakterisiert, als so manche quantitative Erhebung. Sieh da – Blogs, eine Quelle für schwache, aber bedeutende Signale. Fabian Mohr berichtet aus erster Hand –

„Sie lesen eigentlich keine Blogs. Blogs finden sie Scheiße. Mit Blogs verdient man kein Geld. Im Internet ist 99 Prozent Dreck. …“

Mal sehen, wie lange diese Einstellung sich noch hält – denn einer von denen, bei denen die zukünftige schreibende Elite vermutlich gerne arbeiten würde (ja, auch ein Praktikum wäre toll…), Bernd Kundrun, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender der Gruner + Jahr AG, dürfte, zumindest offiziell, nicht mehr so begeistert sein von solchen Ansichten. Laut Branchenblog turi2.de sagte Kundrun am vergangenen Donnerstag der Werbe- und PR-Fachzeitschrift W&V

„Es wird notwendig sein, in den nächsten zehn Jahren das Berufsbild des Journalisten schrittweise neu zu definieren. Die bisherige Vorgehensweise ‚Ich besitze den Content und Du konsumierst ihn‘ wird sich ändern in Richtung „Ich lenke, strukturiere und produziere, aber Du bist eingeladen, mir dabei behilflich zu sein.“

Auch wenn das eigentlich eine Debatte ist, die zumindest theoretisch schon mal Mitte der neunziger Jahre abgehandelt wurde („daily me“, irgendwer?), erscheint die Aussage angesichts der erkennbaren Resistenz dysfunktionaler Rationalitätsmythen irgendwie revolutionär.

Glücklicherweise ist das Erkenntnisziel gar nicht so schwer erreichbar – wie Wolfgang Harrer mit seinem Kommentar beweist.

„Die Trennlinie ist also nicht Old Media vs. New Media oder gar Blogger vs. Journalist. Die Trennlinie ist Qualität vs. Schrott; und diese Trennlinie hat erstaunlich wenig damit zu tun, ob ein Autor für seine Arbeit bezahlt wird oder nicht.“

Und was fehlt noch an dieser Stelle? Ganz klar – der Link zum Qualitätsblog. Und der schücherne Hinweis auf die Tatsache, daß der Tausendkontaktpreis dort gerade mal ein sechzigstel dessen beträgt, was bei Spiegel Online International zu zahlen ist…