German Politics, privacy

Noch ein Schäuble-Klassiker

Via netzpolitik.org ein Clip, der wohl heute morgen im ARD-Frühstücksmagazin gelaufen ist. Dort gibt es eine Rubrik names „Kinderreporter“. Heute befragten die Kinderreporter Politiker zum Thema Überwachung. Am Ende des kurzen Beitrags mache ich mir vor allem Sorgen über die technische Kompetenz derjenigen, die für die gegenwärtig anstehehende Kodifizierung grundsätzlicher technischer Fragen des menschlichen Zusammenlebens verantwortlich sind. Und natürlich stelle ich mir die Frage, ob man von der Antwort des Innenministers Wolfgang Schäuble auf die Fragen der mit einer Minikamera spielenden Kinder („Wir wollten Ihnen mal zeigen, wie es ist, wenn man überwacht wird oder ausspioniert.“) auf sein Menschenbild bzw. Demokratieverständnis schließen kann.

“Wir tun aber die Leute nicht ueberwachen und ausspionieren. Nur wenn es ganz schlimme Boesewichter sind, wo die Polizei hingucken muss, aber so brave Kinder wie ihr ueberwachen wir nicht.”

Hier ist das Video –

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France, internet, web 2.0

Öffentliche Personen, private Statements.

Angesichts des neuesten Ausfalls des französischen Präsidenten, der einem unliebsamen Passanten auf der Pariser Landwirtschaftsmesse eine unschöne Aufforderung zum Wechsel seines Aufenthaltsorts an Kopf warf, beschäftigt sich Andreas Schepers auf Spreeblick mit der wohl bedeutendsten Frage der politischen Kommunikation in der neuen medialen Realität:

Welche Konsequenzen wird es haben, wenn jede halböffentliche Bemerkung eines Politikers aufgezeichnet und per Internet verbreitet werden kann?

Niemand weiß es. Das Problem sind dabei vermutlich auch weniger Ausraster wie die Sarkozys – wenn dieser Auftritt nicht in ein zunehmend von den präsidentiellen Eskapaden genervtes (europäisches!) Umfeld gefallen wäre, wäre das Video nicht mal halb so interessant – sondern die Unmöglichkeit unterschiedliche Zielgruppen mit spezifischen Botschaften anzusprechen, ohne dabei komplett kryptisch zu werden. Bestes Beispiel hierfür ist doch die Tatsache, daß der amerikanische Präsident in Texas kein „texanisch“ mehr reden kann, wenn er darauf achten muß, daß seine Äußerungen in Crawford keine Probleme in New York oder in Brüssel kreieren.

Vielleicht finden sich Hinweise darauf in der Forschung von Kommunikationswissenschaftlern wie Danah Boyd (papers, blog) aus Berkeley, deren Vortrag zum Privatsphäeren-Management von Teenagern ich vor einiger Zeit in Paris hören konnte.

Erklären Teenager auf facebook die Zukunft politischer Kommunikation? On verra…

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Allgemein

Von wegen Übergröße…

Ein britisches Rentnerehepaar hat sich 17 Jahre lang nur von Fast Food ernährt. Mag so mancher das auch als Geschmacklosigkeit oder möglicherweise als Konsequenz restriktiver Rentenpolitik ansehen, so ist es doch mal eine – seltene – gute Nachricht für alle Liebhaber jener kulinarisch oft diskriminierten Speisegattung.

Entgegen der vor Jahren von Morgan Spurlock’s „Supersize Me“ auf die Spitze getriebenen kritischen – und durchaus nicht unplausiblen – kritischen Diskussion um Fast Food, die sich vor allem auf Statistiken über die in westlichen Gesellschaften grassierende Fettleibigkeit stützt, kann man damit scheinbar sogar abnehmen, wie ein britisches Rentnerpaar zu belegen scheint und WELT ONLINE berichtet…

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