Bürgerrechte, politics, USA

Good Morning America.

The NY Times reports that the American Law Institute, a body made up of about 4,000 judges, lawyers and law professors and mostly dealing with creating structural legal directives to keep the different jurisdictional layers of the American legal system congruent, and also the body

which created the intellectual framework for the modern capital justice system almost 50 years ago, pronounced its project a failure and walked away from it.

Why? According to the NYT they didn’t quite say no to capital punishment as such, but they apparently did say that the American implementation is irretrievably broken –

A study commissioned by the institute said that decades of experience had proved that the system could not reconcile the twin goals of individualized decisions about who should be executed and systemic fairness. It added that capital punishment was plagued by racial disparities; was enormously expensive even as many defense lawyers were underpaid and some were incompetent; risked executing innocent people; and was undermined by the politics that come with judicial elections.

No kidding.

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Bürgerrechte, Datenschutz, German Politics, politics, privacy

Informationskontrolle

Ich erinnere mich,  daß ich es etwas kontraintuitiv fand, als ich im Skript zu einer Vorlesung über Organisation und Informationstechnologie die Aussage fand, daß Technologien, die Freiheit schaffen können, genauso zu ihrer Abschaffung eingesetzt werden können. Das war natürlich ein paar Jahre vor einem, hoffentlich nicht freudschen, Versprecher des Bundesinnenministers bei seiner Rede auf den 3. Berliner Medientagen.

„…und inzwischen eröffnen nun Computer und Internet ganz neue Austausch- und Informationskontrolle, äh, kanäle über die Grenzen hinweg.“

Hat tip Fefe. Und bei Youtube gibt es einen Ausschnitt aus der Phönix-Übertragung der Rede mit Bild, Ton, und anschwellendem Gelächter im Publikum.

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Bürgerrechte, Datenschutz, German Politics, politics, privacy

mini-he

Dieter Wiefelspütz, innenpolitischer Sprecher der SPD und einer der Hauptverhandlungspartner von Innenminister Wolfgang Schäuble in Bezug auf das nun wohl an einer fehlenden Mehrheit im Bundesrat scheiternde neue BKA-Gesetz hat laut der Süddeutschen zu Wolfang Schäubles Vorschlag, doch einfach die Abstimmungsregeln im Bundesrat zu ändern, wenn das gewünschte Ergebnis nicht zustande kommt, folgendes bemerkt –

SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz erklärte dagegen, er könne sich mit dem Vorschlag „inhaltlich durchaus anfreunden“, kritisierte aber den Zeitpunkt der Veröffentlichung. „Wenn er aus tagesaktuellen Erwägungen gemacht wird, merkt jeder die Absicht dahinter“, sagte er Spiegel Online.

Nicht, daß noch irgendwer „die Absicht dahinter“ erkennt…

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Bürgerrechte, intellectual property rights

What Fuckery Is This?

Over at afoe, Alex has put it more eloquently than I would have. Specifically by asking the question above which I probably would have avoided, but which is more than appropriate in this case –

„What fuckery is this? It looks like the French government, having failed to impose an awful record-industry inspired snooping act at home, is trying to policy-launder it through the European Union. The so-called “3 strikes” law foresaw that ISPs would be required to cut off service to anyone who was found downloading or distributing copyrighted material three times – which of course implied that the ISPs would be expected to filter all traffic by content, a wildly grandiose, authoritarian, and insecure idea. (Wonderfully, Nicolas Sarkozy outsourced his Internet policy to a committee led by the owner of a chain of record shops; a little like putting the manufacturers of candles in charge of street lighting.)

But the legislation failed in France; so here it is, coming straight back via the European Parliament. The odd bit, though, seeing as it’s a French idea chiefly backed by the EPP (=European Conservative group), is that it’s being pushed by the British Tories in Brussels – half of whom don’t believe there even should be a European Parliament. Specifically, according to Heise.de (German link), it’s the Tory MEPs Malcolm Harbour and Sayed Kamal. Kamal is responsible for possibly the most egregious tagnut of a clause in the whole thing, which would permit essentially unrestricted telecoms surveillance for the (naturally undefined) “security of a public or private communications system”, and Harbour for the copyright/content-sniffing bit.“

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Bürgerrechte, Datenschutz, Political Theory

This is winning.

Via netzpolitik.org, I find a commentary by Rop Conggris about the new fundamental right to „privacy and integrity of information processing systems“ which was defined last Wednesday by the German Constitutional Court – Today, we’re all Germans.

„It would of course have been even nicer if the Germans had actually managed to elect a government that didn’t attempt to trample their most basic rights to begin with. But then constitutions are there as a safety-net for precisely this eventuality. They are written because the framers realized that when it comes to governments, shit (such as in the form of oppressive laws) sometimes happens.

So the people of Germany seem to be successfully defending themselves against their government. What’s wrong with the rest of the world? There have been plenty efforts in many other countries to defend the notion of privacy, but the Germans have simply been provided with better and sharper tools for defending themselves. Their sharpest tool by far is this federal constitutional court. Without it, I fear Germany would have long been in the same sorry state as my own country. I hope all Germans realize that the judges and support staff that make up this court are the one single thing that stands between today’s Germany and a police state.“

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Bürgerrechte, Datenschutz, German Politics, internet, privacy

Stasi 2.0 – DEMO IN WIESBADEN

Der Flyer sagt eigentlich alles. Aus der Ankündigung –

„Parallel zur Großdemonstration in Berlin initiiert der Chaos Computer Club Mainz einen Protestmarsch in der Hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. Gemeinsam wollen die Demonstranten zeigen, dass sie nicht mit der “Sicherheits”-Politik hierzulande einverstanden sind. Sie Protestieren gegen den Bundestrojaner ebenso wie gegen die Vollprotokollierung der gesamten innerdeutschen Kommunikation.“

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Bürgerrechte, Datenschutz, German Politics

Worum es bei der Debatte um die heimliche Online-Durchsuchung wohl wirklich geht…

ergibt sich aus einem Beitrag der heise news – „Bundestrojaner“ heißt jetzt angeblich „Remote Forensic Software.“ Das Urteil des Bundesverfassungsgericht zum großen Lauschangriff soll aufgebohrt werden, wohl in der Hoffnung, ein anderes Gesetz und eine andere Wahrnehmung der Bedrohungssituation werde ein anderes Urteil zulassen.

Konkret soll sich nach „Umfeld-Analysen“ mit Hilfe verdeckter Ermittler ein BKA-Team heimlich in die vier Wände einer zu überwachenden Person vorarbeiten, dort zunächst Kopien von allen zu findenden Festplatten ziehen und die Daten analysieren.

Es geht also doch um mehr als das technisch letztlich doch problematische heimliche Eindringen per Internet. Das macht auch Sinn angesichts der im Artikel beschriebenen Vorliebe des BKA für

„das traditionelle, „robuste Agenten-Handwerk“.

Am Rande, die auf die Darstellung des vermeintlichen faktischen Endes des Datenschutzes zielenden neuen Talking Points, die wohl vom Innenministerium an CDU-Innenpolitiker verteilt werden – zuletzt wird die Innenpolitikerin Beatrix Philipp wie folgt zitiert – „Ich verstehe nicht, dass die Bürger dem Staat weniger trauen als Aldi, Plus und Metro, denen sie bedenkenlos sämtliche Daten geben“ – zeugen von einem recht problematischen Rechtsstaatsbezug. Vielleicht sollte sich der ein oder andere Abgeordnete noch mal in eine Staatsrecht 101 Vorlesung setzen. Grundrechte, das würde er dort erfahren, sind oft auch Abwehrrechte gegenüber staatlichen Eingreifen. Aldi, Plus, und Metro haben nämlich kein Gewaltmonopol.

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Bürgerrechte, intellectual property rights

Traurig, aber leider nicht vollkommen falsch…

Bettina Winsemann interviewt Walter M. Miller für Telepolis: „Das Urheberrecht ist der Schlüssel zur Vollbeschäftigung“

Der vielfach gescholtene 2. Korb des neuen Urheberrechtes ist nach Meinung des Künstlers und Ökonoms Walter M. Miller nicht nur das „Beste, was es seit langem gab“, er wird auch die Arbeitslosigkeit endgültig beenden. Telepolis gab das medienscheue Genie eines seiner wenigen Interviews.

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Bürgerrechte

netzpolitik.org macht depressiv.

OK. Eigentlich sind es die Themen, über die dort berichtet wird (und fast nirgendwo sonst). Aber ich hätte mir eigentlich denken können, daß es nicht so clever ist, mich vor dem Rosenmontagszug über die neuesten Auswüchse der deutschen Überwachungswut zu informieren. Wer liest, dem wird schlecht.

Wer nicht liest, dem dürfte allerdings in Zukunft noch viel schlechter werden. Ich denke übrigens über einen CDU-Eintritt nach – vielleicht kann man von innen effektiver gegen diese schleichende, freiwillige Selbstzerstörung der fundamentalen Grundlagen unseres Gesellschaftssystems vorgehen.

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Bürgerrechte

Vaporware

Telepolis hat sich die gesammelten Statements der Herren Zierke, Schäuble und Beckstein zum Thema Online-Durchsuchung etwas genauer angesehen und wird so manchen ins Grübeln bringen – ist die Ignoranz der politischen Klasse echt oder nur vorgetäuscht, damit man ihnen zumindest die guten Absichten bei ihren Überwachungsinitiativen abnimmt?

Übrigens zitiert der Artikel einen FAZ Bericht, demzufolge 160 Millionen Euro für die Entwicklung der Online-Durchsuchungs-Software angesetzt sein sollen. Solche Summen gibt eigentlich nur die Bundesagentur für Arbeit auf dem kleinen Dienstweg aus. Und bei den Aussagen zum Thema Windows/NSA/Backdoor stellt sich ebenfalls die Frage, ob die verbale Unbedarftheit Ausdruck eines unspezifischen Wissens oder eines unspezifischen Unwissens ist.

Früher betrieben wir Kremldeutung. Heute müssen wir unsere eigenen Politiker richtig deuten lernen.

Times are a changing.

Vielleicht kann, ja muss man sich das so vorstellen: Da saßen zwei, drei beamtete Hobby-Programmierer in der BKA-Kantine und erzählten davon, was sie so theoretisch alles könnten. Und das ging durch die Schiene ihrer Vorgesetzten nach ganz oben, wo es zwar nicht so richtig verstanden wurde – und jetzt reden Zierke, Schäuble und Beckstein tagaus, tagein von dringend erforderlichen Gesetzesänderungen.

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