intellectual property rights, music

So art can still be subversive…

This is probably the coolest copyright non-infringement performance anyone has come up with yet. Disabling bureaucracies by DOS-style, yet form-based requests is probably not entirely new as a concept, but putting together a 33 second-long piece of music using 70,200 samples, just to demonstrate some of the fundamental problems of today’s copyright and licensing schemes, as artist Johannes Kreidler is planning to do, is quite an achievement. There’s more if you click on the link, but it’s in German.

http://www.nerdcore.de/wp/2008/08/18/johannes-kreidlers-song-aus-70200-samples-den-er-bei-der-gema-anmelden-will/

And here’s a video by the artist himself. Also in German.

hat tip: nerdcore

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Allgemein

Das Gesetzgebungsverfahren zum Zweiten Korb der Urheberrechtsnovelle…

… bezeichnet Marcus Hammerschmitt für Telepolis durchaus zurecht als „Zehnkampf der Idiotie.“ Andererseits ist es bei Urheberrechtsnovellen im In- und Ausland ja eigentlich mittlerweile die Norm,

„die eigentlichen Urheber [zu] enteignen, die Wissenschaft [zu] beschädigen, und auf den Schulhöfen Angst vor Strafverfolgung [zu] säen,“

und an die Stelle technischer Ausschließbarkeit eine oft absurde rechtliche Fiktion zu setzen, die für das Gemeinwohl zumeist auch ökonomisch höchst problematisch ist, und unter Umständen sogar für die Rechteinhaber.

Allerdings bleibt zu hoffen, daß deren Bemühen, ihre politisch akzeptierten Ansprüche auf Perpetuierung der Cash Flows vergangener Tage und Produkte im digitalen Zeitalter gerade auf den Schulhöfen Einhalt geboten wird.

Denn dort wird sich freilich nichts an der tagtäglichen faktischen Weiterentwicklung der Rechtskonzeptionen Begriffs „geistiges Eigentum“ ändern – soviel Angst vor Strafverfolgung kann man nämlich auf Schulhöfen gar nicht säen, ohne die Sinnhaftigkeit des Vorhabens in Frage zu stellen.

Also auf zum dritten Korb! Vielleicht schwingt das Pendel dann ja schon wieder zurück… auch Bundestagsabgeordnete sind schließlich lernfähig, vielleicht.

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intellectual property rights, music industry

Richter und Realität

Ein Richter am Amtsgericht in Meschede stellte ein strafrechtliches Urheberrechtsverfahren angesichts verbleibender zivilrechtlicher Ansprüche gegen den Angeklagten gegen Zahlung von 2300 Euro Geldbuße ein. Laut heise online soll sich der Richter folgendermaßen zum Thema geäußert haben:

[E]s [gebe] beim Thema „Raubkopie“ ein nicht besonders großes Unrechtsbewusstsein in der Bevölkerung. „Wenn man wahllos eine Durchsuchung machen würde, würde man vermutlich bei jedem Zweiten eine gebrannte CD finden“

Gebrannte CDs sind zwar nicht a priori illegal – meine zum Beispiel enthalten zumeist meine eigenen Songs – und es gibt schließlich auch nach wie vor ein Recht auf Privatkopie, wenn auch schon deutlich durchlöchert. Allerdings stimmt die Einschätzung natürlich tendenziell – wenn er auch noch nicht den nächsten gedanklichen Schritt vollzogen hat, nämlich den, nicht länger zu versuchen, sich mit rechtlichen Mitteln gegen die Veänderung der ökonomischen Struktur einer Branche zu wehren. Da ist er allerdings nicht allein – allerdings stirbt die Hoffnung ja bekanntlich zuletzt.

Ob er wohl am Abend bei seinen Kindern nach gebrannten CDs gesucht hat?

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Economics, intellectual property rights, music, music industry

Zweiter Korb der Urheberrechtsnovelle

Wie sich ja schon während der vergangenen zweieinhalb Jahre im Laufe der Ausarbeitung des zweiten Korbes zur Änderung des deutschen Urheberrechts abgezeichnete, hat die Bundesregierung mit dem heute vom Bundeskabinett beschlossenen Gesetzentwurf verpaßt, ein der Gesamtproblematik angemessenes Gesetz zu verabschieden.

Die Bundesregierung sich zumindest in einem ersten Schritt der von der „Inhalteindustrie“ vertretenen Sichtweise angeschlossen, das eine weitere Aushöhlung des Rechts auf Privatkopien (jetzt mit Strafandrohung bei Verstoß auch im nicht-kommerziellen Bereich) im Zusammenspiel mit technischen Maßnahmen zum Schutz geistigen Eigentums, dem sogenannten Digital Rights Management (DRM), sinnvoller sind als eine konzeptionelle Anpassung von überholten Eigentumsbegriffen in der digitalen Welt.

Dabei war vermutlich auch ausschlaggebend, daß die Vorlage so wie heute beschlossen wohl kaum in Karlsruhe bestand haben dürfte, angesichts der Tatsache, daß es einen zivilrechtlichen Auskunftsanspruch gegenüber Internet Service Anbietern schaffen wird, der sämtlichen bestehenden Datenschutzdoktrinen zuwider läuft.

Ebenfalls dürfte eine Rolle gespielt haben, daß das Gesetz generell, insbesondere aber ohne diesen Anspruch generell nicht durchsetzbar sein wird.

Daß die deutsche Politik sich hiermit erneut von ihrem gesellschaftlichen Gestaltungsanspruch verabschiedet ist traurig, gerade angesichts der Tatsache, daß die französische Assemblée Nationale sich in dieser für die Zukunft von Wissensgesellschaften so eminent wichtigen Frage wieder als Ort gesellschaftlicher Debatte etablieren konnte – auch wenn das gestern verabschiedete franzäsische Ergebnis auch nicht wirklich zur Lösung des Problems taugt.

Man wird sehen, ob das französische Beispiel im Bundestag Früchte tragen wird. Allerdings ist meine Hoffnung gering.

Netzpolitik.org hat jede Menge anderer Reaktionen zum Kabinettsbeschluß zum 2. Korb des Urheberrechts.

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intellectual property rights, music industry

I’ve been saying *THAT* since 1999…

I’ve been saying this for years – the most likely explanation for the ongoing copyright war is the socialised concept of (intellectual) property in most politicians‘ minds – it will take another generation and, liekely, as Volker Grassmuck argues below, a copyright induced knowledge-lock-up disaster until people will realise what has been done.

The occasional quote in German, you’ll just have to trust me that it confirms my statement above… – via heise.de

Volker Grassmuck, Forscher an der Humboldt-Universität zu Berlin und Mitgründer der Initiative Privatkopie.net, beklagte auf der Konferenz einen „Mental Lock-in“ bei den Politikern. Diese würden sich allein an dem Mantra festklammern, dass der immer stärkere Schutz geistiger Eigentumsrechte die Innovation fördere. Als Beispiel nannte er etwa die erste Evaluation zur umstrittenen EU-Datenbankrichtlinie. Darin sei klipp und klar nachgewiesen worden, dass das neue Schutzrecht den Informationsmarkt behindere, und nicht beflügele. Trotzdem habe die Kommission Gründe gefunden, um den eingeschrittenen Irrweg nicht zu verlassen. Ähnlich verhalte es sich beim Festklammern an der „chimärische Technologie“ des digitalen Rechtekontrollmanagements (DRM). Grassmuck geht davon aus, dass es erst eine „massive Wissens- und Informationskatastrophe braucht, um die geistige Blockade aufzubrechen“.

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Lawful until we change our mind

This piece of information may serve as a reminder that, even after years of painful bashing and declining profits, the music industry is apparently simply not able to understand the implications of digitization of content. It may also serve as a reminder to politicians and lobbyists, that „understanding the need for continued compensation for art in an era of a run-wild copying machine aka the internet“ will likely be construed as support for further limitiations of the utility of products sold.

While the current proposal for the next amendment to the copyright law (UrhG) is widely considered to contain unreasonable burdens on consumers to make sure their copies are from a „legitimate source“, the RIAA is now claiming that – no kidding – ripping your *own* CDs is not fair use. „Fair use“ is probably one of the most obscure legal constructions in American law, but its basic meaning is that you should be able to use a product you bought in the way it was intended, after all, not all contingencies of intellectual property rights usage can be predicted before signing the deal.

So, now, the RIAA says that owning a CD doesn’t necessarily give necessarily give you (if you’re in America) the right to put it on a mobile player. We’ll have to make sure the German committee dealing wit the proposed amendments hears this. Then finally they may have a chance to understand that even rights owners can attempt to steal…

(via Heise news (in German) and EFF)

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Don’t want to be evil? Don’t be big!

Google’s new DRM system raises a couple of interesting question, particularly with respect to the company’s motto – don’t be evil. Is it actually possible to become as big a company as Google without becoming evil? Will we see the day where Google publishes version 2 of the company philosophy – „Don’t be more evil than you currently think you can afford without endangering your brand that’s based upon being the good guy.“

We’ll see how this DRM thing turns out – quickly. This is an interesting read – from Boing Boing – Boing Boing: Google Video DRM.

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Go Tanya!

The next big thing: „Recording Industry vs The People: Oregon RIAA Victim Fights Back; Sues RIAA for Electronic Trespass, Violations of Computer Fraud & Abuse, Invasion of Privacy, RICO, Fraud

This is the case peer-to-peer file sharers have been waiting for. Tanya Andersen, a 41 year old disabled single mother living in Oregon, has countersued the RIAA for Oregon RICO violations, fraud, invasion of privacy, abuse of process, electronic trespass, violation of the Computer Fraud and Abuse Act, negligent misrepresentation, the tort of „outrage“, and deceptive business practices. Ms. Andersen’s counterclaims demand a trial by jury.

Ms. Andersen made the following allegations, among others:

1. For a number of years, a group of large, multinational, multi-billion dollar record companies, including these plaintiffs, have been abusing the federal court judicial system for the purpose of waging a public relations and public threat campaign targeting digital file sharing activities.

Read the entire post, if you have time, gentle readers. This is gonna be big.

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cinema, compulsory reading

The Digital Dilemma Revisited

Quote 1: The BBC News Online today

„Jack Valenti, president of the Motion Picture Association of America, told BBC News Online earlier this year that digital piracy could become „debilitating“ for the industry.

‚Digital piracy has become a real menace,‘ he said. Despite the availability of pirate copies, The Matrix Reloaded has made more than $363.5m at the box office worldwide so far.

Quote 2: Brad DeLong, Speculative Microecomomics For Tomorrow’s Economy, draft, November 14, 1999 –

„The ongoing revolution in data processing and data communications technology may well be starting to undermine those basic features of property and exchange that make the invisible hand a powerful social mechanism for organizing production and distribution. The case for the market system has always rested on three implicit pillars, three features of the way that property rights and exchange worked.

Call the first feature excludability: the ability of sellers to force consumers to become buyers, and thus to pay for whatever goods and services they use.

Call the second feature rivalry: a structure of costs in which two cannot partake as cheaply as one, in which producing enough for two million people to use will cost at least twice as many of society’s resources as producing enough for one million people to use.

Call the third transparency: the ability of individuals to see clearly what they need and what is for sale, so that they truly know just what it is that they wish to buy.

All three of these pillars fit the economy of Adam Smith’s day relatively well. …

But digital data is cheap and easy to copy. … Without the relationship between producer and consumer becomes much more akin to a gift-exchange than a purchase-and-sale relationship. The appropriate paradigm then shifts in the direction of a fund-raising drive for a National Public Radio station. When commodities are not excludable then people simply help themselves. If the user feels like it he or she may make a „pledge“ to support the producer. The user sends money to the producer not because it is the only way to gain the power to utilize the product, but out of gratitude and for the sake of reciprocity.

This reciprocity-driven revenue stream may well be large enough that producers cover their costs and earn a healthy profit.
Reciprocity is a basic mode of human behavior. People in the large do feel a moral obligation to tip cabdrivers and waiters. People do contribute to National Public Radio. But without excludability the belief that the market economy produces the optimal quantity of any commodity is hard to justify. Other forms of provision–public support funded by taxes that are not voluntary, for example–that had fatal disadvantages vis-a-vis the competitive market when excludability reigned may well deserve reexamination. …

[But t]he market system may well prove to be tougher than its traditional defenders have thought, and to have more subtle and powerful advantages than those that defenders of the invisible hand have usually listed.

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