intellectual property rights, music

So art can still be subversive…

This is probably the coolest copyright non-infringement performance anyone has come up with yet. Disabling bureaucracies by DOS-style, yet form-based requests is probably not entirely new as a concept, but putting together a 33 second-long piece of music using 70,200 samples, just to demonstrate some of the fundamental problems of today’s copyright and licensing schemes, as artist Johannes Kreidler is planning to do, is quite an achievement. There’s more if you click on the link, but it’s in German.

http://www.nerdcore.de/wp/2008/08/18/johannes-kreidlers-song-aus-70200-samples-den-er-bei-der-gema-anmelden-will/

And here’s a video by the artist himself. Also in German.

hat tip: nerdcore

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Economics, finance

World Markets: Another One Of Those Days.

It’s another one of those days for global stock markets. To honor the occasion, I thought about linking to one of my favorite management articles of all times, that appeared in the McKinsey Quaterly right before the first dot-com crash in 2000 and is called „Valuing dot-coms“ even though the subtitle is far better: „Discounted Cash-Flow Analysis Without Cash-Flow“. Alas, what was available back than without a cash-flow is now only available to premium users, or about USD 150 per annum… now that may be an interesting analogy to the current US housing market.

Be that as it may, here’s a great way to stay updated: the global markets page of the NYT business section makes excellent use of available web technology to visualize a lot of information.

http://markets.on.nytimes.com/research/markets/worldmarkets/worldmarkets.asp

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Bürgerrechte, intellectual property rights

What Fuckery Is This?

Over at afoe, Alex has put it more eloquently than I would have. Specifically by asking the question above which I probably would have avoided, but which is more than appropriate in this case –

„What fuckery is this? It looks like the French government, having failed to impose an awful record-industry inspired snooping act at home, is trying to policy-launder it through the European Union. The so-called “3 strikes” law foresaw that ISPs would be required to cut off service to anyone who was found downloading or distributing copyrighted material three times – which of course implied that the ISPs would be expected to filter all traffic by content, a wildly grandiose, authoritarian, and insecure idea. (Wonderfully, Nicolas Sarkozy outsourced his Internet policy to a committee led by the owner of a chain of record shops; a little like putting the manufacturers of candles in charge of street lighting.)

But the legislation failed in France; so here it is, coming straight back via the European Parliament. The odd bit, though, seeing as it’s a French idea chiefly backed by the EPP (=European Conservative group), is that it’s being pushed by the British Tories in Brussels – half of whom don’t believe there even should be a European Parliament. Specifically, according to Heise.de (German link), it’s the Tory MEPs Malcolm Harbour and Sayed Kamal. Kamal is responsible for possibly the most egregious tagnut of a clause in the whole thing, which would permit essentially unrestricted telecoms surveillance for the (naturally undefined) “security of a public or private communications system”, and Harbour for the copyright/content-sniffing bit.“

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Economics, finance

Die Rolle der Rating-Agenturen unter der Lupe

So eine Krise (hier die auf den internationalen Kreditmärkten) hat ja oft auch heilsame Effekte. So berichtet Spiegel Online, daß nun eine der bedeutendsten, aber überaus intransparententen Variablen der globalen Finanzwirtschaft zumindest mal ein wenig näher betrachtet wird –

„Zu spät, zu nachlässig, zu zaghaft: EU-Kommission und US-Politiker machen die großen Rating-Agenturen für die Kreditkrise und den Kurssturz an den Börsen verantwortlich. Sie hätten riskante Fonds geschont, Investoren nicht gewarnt – jetzt drohen Ermittlungen.“

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Bürgerrechte, intellectual property rights

Traurig, aber leider nicht vollkommen falsch…

Bettina Winsemann interviewt Walter M. Miller für Telepolis: „Das Urheberrecht ist der Schlüssel zur Vollbeschäftigung“

Der vielfach gescholtene 2. Korb des neuen Urheberrechtes ist nach Meinung des Künstlers und Ökonoms Walter M. Miller nicht nur das „Beste, was es seit langem gab“, er wird auch die Arbeitslosigkeit endgültig beenden. Telepolis gab das medienscheue Genie eines seiner wenigen Interviews.

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intellectual property rights, music industry

Richter und Realität

Ein Richter am Amtsgericht in Meschede stellte ein strafrechtliches Urheberrechtsverfahren angesichts verbleibender zivilrechtlicher Ansprüche gegen den Angeklagten gegen Zahlung von 2300 Euro Geldbuße ein. Laut heise online soll sich der Richter folgendermaßen zum Thema geäußert haben:

[E]s [gebe] beim Thema „Raubkopie“ ein nicht besonders großes Unrechtsbewusstsein in der Bevölkerung. „Wenn man wahllos eine Durchsuchung machen würde, würde man vermutlich bei jedem Zweiten eine gebrannte CD finden“

Gebrannte CDs sind zwar nicht a priori illegal – meine zum Beispiel enthalten zumeist meine eigenen Songs – und es gibt schließlich auch nach wie vor ein Recht auf Privatkopie, wenn auch schon deutlich durchlöchert. Allerdings stimmt die Einschätzung natürlich tendenziell – wenn er auch noch nicht den nächsten gedanklichen Schritt vollzogen hat, nämlich den, nicht länger zu versuchen, sich mit rechtlichen Mitteln gegen die Veänderung der ökonomischen Struktur einer Branche zu wehren. Da ist er allerdings nicht allein – allerdings stirbt die Hoffnung ja bekanntlich zuletzt.

Ob er wohl am Abend bei seinen Kindern nach gebrannten CDs gesucht hat?

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Economics

Kein Spekulatius

Helmut Schmidt ist wahrlich kein Oskar Lafontaine. Daher ist es auch immer lesenswert – wenn auch nicht immer zustimmungspflichtig – wenn er sich in der Zeit zu Wort meldet: Wenn er, wie in diesem Falle, die gesellschaftliche Kontrolle von zur Zeit unkontrollierten Kapitalclustern fordert, dann stimme ich ihm darüber hinaus auch grundsätzlich zu – Helmut Schmidt: Beaufsichtigt die neuen Großspekulanten!

Die New Yorker Investmentbank Goldman Sachs hat im vergangenen Jahr 16 Milliarden Dollar an ihre Vorstände und Mitarbeiter ausgezahlt, die fünf größten amerikanischen Investmenthäuser zahlten insgesamt 36 Milliarden Dollar. Für einen normalen deutschen Staatsbürger ist das eine unvorstellbare Summe, sie entspricht in der Größenordnung der Jahreskreditaufnahme durch den deutschen Finanzminister. Man fragt sich unwillkürlich, ob auf den Finanzmärkten alles mit rechten Dingen zugeht. Der ehemalige Finanzminister Helmut Schmidt erklärt Ursachen, Zusammenhänge und Gefahren.

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Economics

Wer die Welt verstehen will…

darf sich vor Statistik nicht fürchten. Folgende Zahlen hat Robert Basic auf BasicThinking.de gestern zitiert:

2005 betrugen die gesamten Einnahmen durch SMS über 74 Milliarden Dollar weltweit. Zum Vergleich: Hollywood spielte etwas unter 30 Milliarden Dollar ein, die Einnahmen der Musikindustrie lagen weltweit bei 35 Milliarden Dollar, und Videospiele, Konsolen, und Software brachten um die 40 Milliarden Dollar ein. Der Wert aller 2005 verkauften Laptops betrug 65 Millarden Dollar. SMS alleine bringen mehr ein als irgendeiner dieser Wirtschaftszweige (…) und SMS bedeuten immer noch über 90% Profit. Wir sollten diese Industrie lieben! (Tomi T. Ahonen, englischer Fach-Autor)

Und weil Statistik meist so eine trockene Angelegenheit ist, an dieser Stelle der wichtige Hinweis auf gapminder.org – die wunderbarste aller Statistikseiten (die ich kenne) – es ist wirklich geradezu unglaublich, wie Hans Rosling und seine Mitarbeiter langweilige UN-Statistiken zum Leben erweckt haben.

Mittlerweile gibt es auch (vielleicht gar nicht so überraschend) eine google-spezifische Flash-Version davon. Ich kann auch jedem nahe legen, sich den Webcast von Hans Roslings Vortrag anzusehen – wirklich sehr erhellend.

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Economics

Working Poor

Der seit Jahren abnehmende Anteil von Lohneinkommen am Sozialprodukt entwickelter Wirtschaften wird so langsam in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Letzte Woche der Economist, gestern erklärte Stephen Roach von Morgan Stanley am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos, daß „der Film der letzten 15 Jahre jetzt so langsam zurückgespult werden würde“, heute finde ich einen Artikel zum Thema von Dieter Wermuth im Herdentrieb-Blog.

Es ist zwar nicht ganz richtig, daß sich der Economist erst jetzt mit dem Thema beschäftigt – ich erinnere mich an einen Artikel Ende Februar 2005 und in der Weihnachtsausgabe (sic!) 2005 wurde die Frage auch schon mal ausführlicher behandelt – aber die zunehmende Beschäftigung mit der Frage kann sicher nicht schaden. Also: Lesen, und noch mal lesen.

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Economics, intellectual property rights, music, music industry

Zweiter Korb der Urheberrechtsnovelle

Wie sich ja schon während der vergangenen zweieinhalb Jahre im Laufe der Ausarbeitung des zweiten Korbes zur Änderung des deutschen Urheberrechts abgezeichnete, hat die Bundesregierung mit dem heute vom Bundeskabinett beschlossenen Gesetzentwurf verpaßt, ein der Gesamtproblematik angemessenes Gesetz zu verabschieden.

Die Bundesregierung sich zumindest in einem ersten Schritt der von der „Inhalteindustrie“ vertretenen Sichtweise angeschlossen, das eine weitere Aushöhlung des Rechts auf Privatkopien (jetzt mit Strafandrohung bei Verstoß auch im nicht-kommerziellen Bereich) im Zusammenspiel mit technischen Maßnahmen zum Schutz geistigen Eigentums, dem sogenannten Digital Rights Management (DRM), sinnvoller sind als eine konzeptionelle Anpassung von überholten Eigentumsbegriffen in der digitalen Welt.

Dabei war vermutlich auch ausschlaggebend, daß die Vorlage so wie heute beschlossen wohl kaum in Karlsruhe bestand haben dürfte, angesichts der Tatsache, daß es einen zivilrechtlichen Auskunftsanspruch gegenüber Internet Service Anbietern schaffen wird, der sämtlichen bestehenden Datenschutzdoktrinen zuwider läuft.

Ebenfalls dürfte eine Rolle gespielt haben, daß das Gesetz generell, insbesondere aber ohne diesen Anspruch generell nicht durchsetzbar sein wird.

Daß die deutsche Politik sich hiermit erneut von ihrem gesellschaftlichen Gestaltungsanspruch verabschiedet ist traurig, gerade angesichts der Tatsache, daß die französische Assemblée Nationale sich in dieser für die Zukunft von Wissensgesellschaften so eminent wichtigen Frage wieder als Ort gesellschaftlicher Debatte etablieren konnte – auch wenn das gestern verabschiedete franzäsische Ergebnis auch nicht wirklich zur Lösung des Problems taugt.

Man wird sehen, ob das französische Beispiel im Bundestag Früchte tragen wird. Allerdings ist meine Hoffnung gering.

Netzpolitik.org hat jede Menge anderer Reaktionen zum Kabinettsbeschluß zum 2. Korb des Urheberrechts.

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