Singles, Codes, and Evolution.

Ok, let’s face it. Mating, human mating in particular, is a complex communication process involving all sorts of biological and cultural codes that no one will ever really understand – except with hindsight, when we call it evolution, because that sounds much nicer than ignorance. Hence the proliferation of experts and (particularly paid for) advice on the matter – when no one actually knows anything, then everyone can contribute without ever really being wrong about what codes to use when.

Case in point, tonight I saw a poster ad for a singles’ party at the local university this Friday. Now I suppose some people may live under the impression that studying as a whole isn’t much more than a singles’ party, but apparently, that’s no longer the case – evolution, remember? But it wasn’t the party itself that I found interesting – apparently, the organisers are going to hand out differently coloured ribbons indicating a particular person’s willingness to flirt. While I understand that coloured ribbons or other signs have long played a certain role in identifying potential partners in particular, often sexual, subcultures, where colours are usually codes for the person’s specific preferences, I am a tad bit confused about colours indicating willingness to flirt at a singles’ party for students?

Seriously, how many different kinds of flirting are there that can be usefully differentiated? Well,  I guess I have to go and see evolution with my own eyes to find out…

OZmating

Spiegel Online (German) apparently followed up on the “ugly duckling” Mont Isa, Queensland, story I recently wrote about and comes up with some interesting figures regarding the Australian gender balance. When I was told by an Australian friend late last year that “there are hardly any good men in Sydney these days” I did not think she was talking statistics. But it turns out she was. Apparently, the borough of Annandale is the best place for men to meet women in Sydney, as there are 1.48 of them for each male inhabitant. Unfortunately, they did not add age brackets to the raw numbers, which would have added some more interesting information. The problem is only slightly less pronounced in most other parts of Sydney and other coastal areas in Australia.

In general, the article explains, there are more women living in the coastal cities, and more men in the Outback – like in Mount Isa, or in Glenden, where there are apparently 23 men for every woman. It’s a geographic imbalance exacerbated by the economic boom in raw materials (which is driving men to mostly male mining cities in the Outback) that is adding to Australia’s apparent overall lack of about 100,000 men, most of whom are apparently working abroad nowadays.

Given such an imbalance  – 100.000 is significant for a population of only 21m – one has to wonder what keeps driving Australian men abroad and Australian women from rural areas to the Australian coast.

Wann ist der Mann ein Mann?

Interessante Artikelsammlung der ZEIT über die zunehmend öffentlich geführte Debatte über die “neue Männlichkeit”. Via genderblog.

Estrogene Overload.

The NYT’s Maureen Dowd comes up with a rather counter-intuitive explanation for Obama’s recent success in the Democratic primaries: voters aren’t tired of feminity or scared of estrogene in their commander in chief, they seem to want more. But they just don’t believe they can’t get enough of it from Hillary…

flickrbabes.com

I guess it was simply a matter of time until this was going to happen… I wonder if there will be a “democratisation” in beauty ideals through the social web. This website doesn’t give me that impression, but they do have a “self portrait” category, and the mere existence of the service demonstrates, I believe, that beauty does not only exist on the pages of a Condé Nast Publication.

flickrbabes.com – mostly dressed photos of beautiful women found on flickr.com

Haarig nicht nur unter den Achseln. Alice Schwarzer diskutiert nicht gerne.

Viel böses Blut floß aufgrund von Alice Schwarzers Entscheidung, für die Bild-Zeitung Werbung zu machen – mit dem Slogan “Jede Wahrheit braucht eine Mutige, die sie ausspricht.” Nachdem Alice Schwarzer ja ohnehin glaubt, “Die Antwort” zu kennen, war es für den Springer Verlag sicher ein Leichtes, ihr mit dem Slogan so sehr zu schmeicheln, daß ihr schwarz vor Augen wurde.

Daß jemand, der unerschütterlich glaubt, die Wahrheit zu kennen, lieber verkündet denn diskutiert, ist zwar theoretisch durchaus einleuchtend, aber praktisch mitunter eher verstörend – wie Stefan Niggemeier angesichts des von kritischen Kommentaren gereinigten Gästebuches auf Alice Schwarzers Webseite erfahren mußte. Neu ist daran allerdings gar nichts. Nutzte sie Diskussion und Provokation vor langer Zeit gerne und so oft wie möglich, scheint Alice Schwarzers Unwille sich auf kritische Diskussionen einzulassen in dem Maße zugenommen zu haben, in dem eine Vielzahl ihrer Ansichten zur bundesrepublikanischen Mehrheitsposition wurden.

Zum Geburtstag von Alice Schwarzers Zeitschrift “Emma” habe ich Anfang des Jahres auf battleofthesexes.de einen bis dahin unveröffentlichten Bericht über meine Begegnung mit der Frontfrau des deutschen Feminismus eingestellt. Es ist ein Bericht über eine Begegnung, die mir schon vor einiger Zeit klar machte, was Stefan Niggemeier offenbar erst angesichts der Reinigung der Schwarzerschen Webseite aufgefallen ist: Alice Schwarzer diskutiert nicht gerne!

Aber fangen wir am Anfang an…

Die von einer Künstlergruppe iranischer Exilantinnen organisierte Diskussion im Mainzer Landesmuseum stand unter dem Titel “Kopftuch als System – machen Haare verrückt”. Dank der Zusage von Alice Schwarzer zog die kaum beworbene Veranstaltung ein überaus buntes bundesdeutsches Publikum an, bestehend aus mehr oder weniger aggressiven iranischen Exilanten, fanatischen und weniger fanatischen Trägerinnen verschiedenster Kopftuchvarianten, jeder Menge geifernder Emmas (herzerwärmend, an mich gerichtet: “Was machen Sie eigentlich als einzelner Mann hier?”, “Für Männer gibt’s hier nichts!” – die netteste aus dieser Gruppe war doch tatsächlich die noch nicht einmal unattraktive Redaktionsassistentin der Zeitschrift am Emma-Abostand – letzteres habe ich im Gespräch allerdings sicherheitshalber unterschlagen…), konservativen und konservativeren Leitkulturpropagandisten auf Koalitionssuche, einigen liberalen Bildungsbürgern, und einer Handvoll Journalisten und Kriegsberichterstattern wie mir.

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Tragikomisch. Bittersüß. Zielgruppengerecht.

Sad songs say so much.

 

Eine offensichtlich ernst gemeinte Kontaktanzeige an einem Schwarzen Brett, die zumindest die Aufmerksamkeit meiner Kamera auf sich zog.

Soviele Fragen diese Anzeige auch aufwerfen mag, eines scheint mir recht sicher: Sollte sich wider Erwarten doch eine Frau auf diese Anzeige hin melden, dann wird sie wohl entweder wirklich “böse” sein, oder aber “eine ganz Liebe” mit einem mehr als verständnisvollen Humor. Dar Inserent mag sich vielleicht über seine Präferenzen nicht ganz im Klaren sein, aber er hat, so scheint mir, mit Text und Gesamtanmutung seiner Anzeige, ob nun zufällig intuitiv oder ganz bewußt, den richtigen Ton für jede der angesprochenen Zielgruppen gefunden.

Die Saudis, der Sex und die Syrerinnen.

So wie es sich ja mittlerweile unter Technologiemanagern aller Nationen herumgesprochen hat, daß die Pornobranche eine treibende Kraft der technischen Entwicklung ist – es wird ja z.B. behauptet, daß die Unentschiedenheit der Produzenten im San Fernando Valley der wirklich wesentliche Grund für die Plattformstreitereien bzgl. der DVD-Nachfolgegeneration sei – erlaubt wohl auch die nicht-mediale Rotlichtbranche einen Blick in die Zukunft von Migrationsbewegungen und internationaler Arbeitsteilung.

Für Spiegel Online hat Jasna Zajcek einen höchst interessanten Überblick über den Markt der besonderen zwischenmenschlichen Dienstleistungen in Syrien geschrieben, einem Land, in dem Prostitution offiziell natürlich vollkommen verboten und mit hohen Gefängnistrafen belegt ist. Die Strafen sind nicht ganz so extrem wie in Afghanistan unter den Taliban, aber Frau Zajcecks Bericht ist wieder mal ein Beleg dafür, daß eine kulturell bedingte extrem restriktive Handhabung dieses Marktes weder die Kultur noch die das Geschäft ausübenden Frauen schützt.

Im Gegenteil, die männliche kulturelle Dominanz führt scheinbar dazu, daß die “costs of breaking the law” vor allem von den Frauen getragen werden, was in Extremfällen wie dem Afghanistan der 1990er Jahre
zwar nicht zum Verschwinden des ältesten Gewerbes der Welt geführt hat, wohl aber zur nahezu vollständigen Verelendung der Prosituierten, wie Berichte der afghanischen Frauenrechtsorganisation RAWA (Revolutionary Association of the Women of Agfhanistan) nahelegen (Rawa: Prostitution under the rule of Taliban) .

Immerhin, der Bericht legt nahe daß zumindest ein wesentlicher Teil der in Syrien tätigen Frauen der Tätigkeit aus eigenem Vermögensinteresse und nicht unter direktem Zwang nachgeht.

Im Hinblick auf das vor einigen Tagen bekannt gewordene Verhalten einiger Kölner Moslems wegen der Abbildung der Saudischen Flagge auf einem Plakat (neues Fenster) des Kölner Bordells “Pascha” ist der folgende Teil des Artikel ganz besonders Aufschlußreich…

Bei der Damaszener Immobilienagentur “Ak-Kaarai” mieten vor allem Saudis “Apartments mit Hausmädchen”, die sich dann um die Erfüllung aller Wünsche kümmern und bei Nichtgefallen von der Agentur ausgewechselt werden. Zu den Aufgaben des Hausmädchens gehört auch die Organisation von dienstbaren Kolleginnen rund um die Uhr.

Ein “Einsatz” wird normalerweise mit zwanzig Dollar berechnet, und “die ganze Nacht gibt es für hundert Dollar” erklärt leise ein Mitarbeiter der Agentur, der ungenannt bleiben möchte. Er beschreibt das Prozedere: Kurz nachdem der Auftrag die Damen auf ihrem Mobiltelefon erreicht, kommen diese per Taxi ins Apartment. Da der staatliche Sicherheitsdienst tagsüber, solange die europäischen Kulturtouristen den Charme der sechstausend Jahre alten Stadt genießen, wachsam ist, verhüllen sich die Damen aus dem ältesten Gewerbe der Welt zum “Special Room Service” unter Kopftuch und dem traditionellen, schwarzen islamischem Gewand.