A Passage to India

Well, we all know where Columbus ended up when he tried to find one. Luckily, my friend Marietta actually made it to India, exchanging the colourful sights of Carnival in Mainz for those of Jaipur. She’ll be working for an aid project over there and since not many of the people I know “in real life” have ever started a blog, I would like to use this opportunity to mention “A Passage to India“, where she will chronicle her experience in German and/or English.

Singles, Codes, and Evolution.

Ok, let’s face it. Mating, human mating in particular, is a complex communication process involving all sorts of biological and cultural codes that no one will ever really understand – except with hindsight, when we call it evolution, because that sounds much nicer than ignorance. Hence the proliferation of experts and (particularly paid for) advice on the matter – when no one actually knows anything, then everyone can contribute without ever really being wrong about what codes to use when.

Case in point, tonight I saw a poster ad for a singles’ party at the local university this Friday. Now I suppose some people may live under the impression that studying as a whole isn’t much more than a singles’ party, but apparently, that’s no longer the case – evolution, remember? But it wasn’t the party itself that I found interesting – apparently, the organisers are going to hand out differently coloured ribbons indicating a particular person’s willingness to flirt. While I understand that coloured ribbons or other signs have long played a certain role in identifying potential partners in particular, often sexual, subcultures, where colours are usually codes for the person’s specific preferences, I am a tad bit confused about colours indicating willingness to flirt at a singles’ party for students?

Seriously, how many different kinds of flirting are there that can be usefully differentiated? Well,  I guess I have to go and see evolution with my own eyes to find out…

Manifestieren.

Im vergangenen April, auf der Republica 2009, habe ich Stefan Niggemeier nach der gnadenlos langweiligen Blogger vs. Journalismus-Diskussion zwischen zwei Radiointerviews zum Thema noch gefragt, ob es ihn nicht langweile, seit Jahren mit den gleichen Leuten immer die gleichen Dinge zu diskutieren. Er meinte schlicht – “ja”.

Aber er begreift diese Diskussionen wohl auch als eine Art öffentliche Dienstleistung, als Bohren verdammt dicker Bretter vor den Köpfen mancher Menschen, die immer größere Schwierigkeiten haben, die sich progressiv virtualisierende Realität in ihre mentalen Interpretationsschemata zu pressen, so wie sie das beim Ausdrucken von Netzinhalten auf Din-A4-Seiten versuchen. Das Netz hat halt keine Seitenbegrenzungen.

Die Überwindung dieses konzeptionellen Grabens und die zumindest tendenzielle Beantwortung der wirtschaftlichen und sozialen Fragestellungen, die sich aus der Digitalisierung, dem Informationsparadoxon und der so immer schlechter funktionierenden “unsichtbaren Hand” des Marktes ergeben sind eine Generationenaufgabe, in der man Redundanz vermutlich vor allem als eine Art kognitives Stützrad ansehen muß. In der Wiederholung liegt zumindest ein Teil der Kraft, denn Ideen, die sich nur als Folge von Zeichen, nicht aber in Köpfen manifestieren, sind eigentlich keine. Die Annahme der Aufgabe, mit Redundanz mentale Überzeugungsarbeit zu leisten, ist daher auch ein Zeichen der Anerkenntnis von gesellschaftlicher Verantwortung.

Der Weinerlichkeit des Heidelberger Appels und der Hamburger Erklärung wird heute von einigen Journalisten und Bloggern eine Alternative entgegengesetzt, die Handlungs- und Gestaltungsfähigkeit annimmt, und nicht den Untergang des Abendlandes, sollte bei diesem Internet nicht bald mal jemand den Stecker ziehen. Steht nix Neues drin, klar, und Probleme werden darin auch nicht gelöst. Wie auch? So geht das eben nicht. Das ist ja gerade der problematische Punkt an der Sache.

Aber das Manifest ist – wie die Piratenpartei und wie der Kulturkampf um die Netzsperren in diesem Sommer – ein Zeichen für die in meiner Generation wachsende Erkenntnis, daß man sich nicht mehr unter Berufung auf vermeintliche oder tatsächliche superiore Sachkenntnis oder die nicht seltene Unterträglichkeit von institutionellen Auseinandersetzungen aus diesen heraushalten darf. Der Preis wäre zu hoch.

Und daher werde auch ich das an sich redundante Internet-Manifest mitzeichnen, sobald es die Möglichkeit dazu gibt.

A Happy New Year…

to all of you, my gentle readers.

“Pilù – das andere Leben” – Drehnotizen mit Claude Monet

Im Sommer 2006 drehte mein Freund Sebastian Linke seinen Diplomfilm “Pilù – das andere Leben”. Ein Projekt, zu dessen Gelingen ich ein wenig Musik und jede Menge Ton beisteuern konnte. Jetzt hat er das Geschehen vor, dabei und nach dem Dreh auf seiner Webseite s-bust-show.de in einem lesenswerten Text zusammengefaßt. Sicher spannend für jeden, der sich für Filme – und vor allem deren Realisierung ohne oder nur mit sehr kleinen Budgets interessiert. Meine Songs zum Film inklusive Video finden sich hier auf almostadiary.de unter der Kategorie “Songs” oder aber auf der Webseite des Films unter “Sehen und Hören“.

Re:Publica – Spiegel Online indigniert

Helmut Merschmann hat für Spiegel Online Netzwelt seine Eindrücke von den ersten beiden Tagen der Re:Publica 2008 zusammengefaßt. Er ist nicht glücklich.

Allerdings verallgemeinert er aus meiner Sicht etwas unfair auf Basis von nur zwei Veranstaltungen und beschäftigt sich hauptsächlich mit dem bereits erwähnten Vortrag von Guido Karl zum Thema “Polizei 2.0″, bei dem vielleicht 35 der insgesamt mehr als 800 Teilnehmer anwesend waren und der durchaus nicht nur selbstinkriminierende Videopostings auf Youtube zum Gegenstand hatte. Merschmann scheint es auch irgendwie komisch zu finden, daß Blogger “einem leibhaftigen Polizisten” mit “großer Selbstverständlichkeit” begegnen und bestätigt mit dieser Vermutung vielleicht unbeabsichtigt die am Vortag in der Diskussion über das Verhältnis von Bloggern und Journalisten wiederholte, wirklich nicht so neue These, daß deutsche Journalisten das Bloggen und die (deutschen) Blogger offenbar nicht verstehen können.

Seine kritischen Bemerkungen zur Podiumsdiskussion zur Zukunft der sozialen Netzwerke sind allerdings nicht völlig unberechtigt, wenn das Klima im Raum aus meiner Sicht aber eher zu feindselig für eine sinnvolle Diskussion war, als zu wenig kritisch. Zu wenig kenntnisreich war sie sicher.

Am Rande sei erwähnt, daß Guido Karl in seinem Vortrag nicht von einem polizeilichen “Zwitter”-Äquivalent sprach, sondern von einem “Twitter“-Äquivalent. Gehen wir an dieser Stelle mal von einem Tippfehler aus – die Tasten liegen schließlich nebeneinander…

Re:Publica – Geldverdienen mit Blogs

Geld mag nicht stinken, aber Geldverdienen hat in Deutschland durchaus ein gewisses Geschmäckle. Vor allem natürlich da, wo die ideale von offener, freier gesellschaftlicher Kommunikation mit denen von bezahlter zusammentreffen. Die Debatte hat viele Schichten, keine Frage, und beileibe nicht jede Form des Geldverdienens ist moralisch zustimmungsfähog; aber es befremdet mich immer wieder, wie jede – nicht bei Robert Basic geführte – Diskussion über die kommerzielle Verwertung von Blogs bzw. deren Inhalten zu einem philosophischen Seminar wird. Vielleicht hatte Wolf Lepenies doch unrecht, als er vom Ende von “German Culture” sprach – der deutsche Idealismus in gedanklicher Überspitzung (mind to matter) scheint mir in der deutschen Blogosphäre doch noch recht weit verbreitet.

Im Fall dieser Podiumsdiskussion wurde das Thema am Kommunikationsverhalten des noch jungen von Bloggern aus dem Umfeld von Spreeblick.de gegründeten Blogwerbenetzwerks “adical” abgearbeitet. Dabei ging die entscheidende Information fast unter: Die von Adical vermarkteten Blogs hatten in den letzten drei Quartalen 2007 ein Werbevolumen von 250.000 Euro. Die Verteilung der Summe dürfte sicher sehr ungleich sein, aber auch das erscheint weniger bedeutend ob der Tatsache, daß, laut Auskunft des Adical-Vertreters Sascha Lobo, Mediaagenturen TKP-Preise im mittleren zweistelligen Bereich für Bloginhalte als nicht unangemessen bewerten, auch wenn die Zielgruppenmetriken bei Blogs bei weitem (noch) nicht so präzise sind wie bei anderen Onlinevermarktern und das Management von Kampagnen – selbst mit einem Aggregator zur Reduktion von Transaktionskosten – in einem tendenziell immer distribuierten Medium notwendig komplizierter ist als bei anderen Medien.

Das, finde ich, sollte für die Zukunft von Blogwerbung in Deutschland deutlich positiv stimmen.

Re:Publica – Podiumsdiskussion “Blogs und Journalismus”

Neuauflage einer uralten Diskusssion, mit zumindest ein paar nicht uninteressanten Überlegungen der Diskutanten Mercedes Bunz, Thomas Knüwe und Stefan Niggemeier. Thomas Knüwe wirft den interessanten Gedanken vom Journalismus als lebensalterspezifischer Tätigkeit in Folge der ökonomischen Veränderungen in der digitalen Welt auf.

Ansonsten wird auch diese Debatte geprägt von einer gewissen Ratlosigkeit ob der zukünftigen Ökonomie des Journalismus, der Problematik der Auflösung der “korporatistischen” Strukturen im klassischen Journalismus und der Sezierung des gegenseitigen Unverständnisses. Wenn es bald wirklich keinen “offiziellen” Bundespresseausweis mehr geben sollte, wird die Diskussion vielleicht wirklich auf seine eigentliche Substanz beschränkbar sein.

Bis dahin wird wohl weiterhin die folgende Beobachtung Fabian Mohrs aus dem April von vor zwei Jahren gelten (und eigentlich fast alles, was ich zu dem Thema in einer Präsentation für A Fistful of Euros im April 2004 geschrieben habe, mal sehen, ob ich die irgendwo auf meiner Notebookplatte finde). Als Einführung in die Diskussion würde ich nach wie vor den Harvard Nieman report vom Herbst 2003 empfehlen.