Titelbild und Rückseite - Frosch 8 - Schülerzeitung des Theresianum Mainz, 1993
almostadiary

Frosch 8

Nachdem ich ich ja leider immer noch zu wenig blogge, dachte ich, ich veröffentliche zumindest mal einen Blick in meine „schriftstellerische Vergangenheit“: die Diashow unten ist eine gescannte Sonderausgabe der Schülerzeitung „Frosch“, die ich ich zu meiner Oberstufenzeit mit ein paar Freunden herausgegeben habe. Ein großes Thema in dieser Ausgabe war ein Aufklärungsheft der Landeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Rheinland-Pfalz, das es aufgrund seiner für damalige Verhältnisse noch etwas blumigen Sprache zu bundesweiten Schlagzeilen – und nicht nur beim Frosch – gebracht hatte.

Standard
Thomas de Maizière Bildquelle: Olaf Kosinsky / Wikipedia
deutsche Politik, facebook link, German Politics, Germany, politics, Politik

Ich bin einer Meinung mit Thomas De Maizière, wer hätte das gedacht.

Der Titel des (auf facebook verlinkten – http://taz.de/Kommentar-de-Maiziere-zu-Fluechtlingen/!5238323/) taz-Artikels läßt sich (auf facebook) leider nicht ändern, denn ich halte ihn ebenfalls für kalkulierte Hetze. Ich war in den letzten Jahren eigentlich nie einer Meinung mit dem deutschen Innenminister, welcher auch immer gerade im Amt war. Von Schily bis Friedrich und wieder Demaizère. Netzpolitisch stehen wir vermutlich für den Rest unseres Lebens auf zwei unterschiedlichen Bahnsteigen.

Aber ich finde, im Gegensatz zu allen Anfeindungen, die der Mann gerade von rechts und links, auch in der eigenen Partei, über sich ergehen lassen muß, beweist sich Thomas de Maizière in der Flüchtlingsfrage, angesichts der Herausforderungen für die Exekutive, aus meiner Sicht geradezu als Verteidiger des Rechtsstaats. Die Herausforderung ist zunächst logistisch, dann rechtlich und am Ende kulturell und wirtschaftlich.

Es ist ob des zyklisch auftretenden, immer nach Extremen suchenden medialen Hypes (entweder „Willkommenskultur“ oder „Gefahr durch Überfremdung“, letzte Woche noch eher ersteres, diese Woche eher letzteres) sehr schwer, sich ein fundiertes, sachliches Lagebild zu verschaffen, wenn man keinen Zugriff auf Daten der Verwaltung hat, und selbst die sind ja vermutlich im Moment eher erkenntnistheoretisch interessant als alles andere.

Ohne direkten Vorwurf ist sicher zu fragen, ob sich diese Flüchtlingsbewegung nicht klarer und eher abzeichtete und mehr Vorbereitung nötig gewesen wäre, und ob es eine azptable Situation ist, daß die politischen und bürokratischen Subsysteme in demokratischen Staaten von ihren eigenen Anreizsystemen letztlich dazu verdammt sind, solche Herausforderungen bis zum mitunter bitteren Ende aufzuschieben, weil sich die notwendigen Maßnahmen sonst schlicht nicht durchsetzen lassen. Und man wird sich auch die Frage gefallen lassen müssen, ob und welche Anreizwirkungen das eigene Handeln hatte, und ob und in wie weit es damit zur Gefährdung seiner eigenen Grundlagen beigetragen haben könnte. Es tut zweifelsohne weh, das zuzugeben, aber Moral ohne Machbarkeit ist nichts als ein leeres Versprechen.

Extreme Entwicklungen können schnell die Grundlagen eines Systems testen, dessen Parameter nicht auf solche Schocks eingestellt sind. Das mag man gut finden – wenn man das System als solches ablehnt, und darauf hofft, daß es fällt. Oder man kann den Versuch unternehmen, es zu verteidigen. Letzteres scheint, aus meiner Sicht, der Innenminister gerade zu tun.

Er hat dafür – im Moment – meine Unterstützung. Die Diskussion über Staatlichkeit und Souveränität und Menschenrechte, die es in Bezug auf die digitale Welt dringend zu diskutieren gilt, wird nun auch im territorialen Bezug (wieder) relevanter, als sie das lange war. Es ist wichtig, sie zu führen, und dabei auch niemanden auszuschließen, weil Worte fallen werden, die manchem weh tun mögen – die Welt ist, wie wir gerade mal wieder feststellen können, *kein* „safe space“. Aber diese Diskussion sollte erst dann geführt werden, wenn das erledigt ist, was jetzt zu tun ist.

#Deutschland #Innenpolitik #Außenpolitik #ThomasdeMaizière #Flüchtlingskrise #Medienkritik #CDU

crossposted auf Facebook: http://ift.tt/1MNAaa9

Bildquelle: Olaf Kosinsky / Wikipedia

Standard
Die beste Entscheidung im Leben des Thorsten B.
Acting, advertisement, almost a diary, cinema, filme, Kurzfilm, oddly enough, short film

Fast wie bei Torsten B. – die beste Entscheidung im Leben des Manuel N.

Lustige Sache. Coca Cola Zero Deutschland hat einen sehr schönen neuen Werbespot mit Manuel Neuer gedreht und auf youtube gestellt, der sich mit der Frage beschäftigt, was eigentlich wäre, wenn Manuel Neuer sich nicht dafür entschieden hätte Fußballprofi zu werden.

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Great Minds think alike? Oder wurde vielleicht sogar irgendjemand aus der Agentur von unserer fake-Doku aus dem vergangenen Jahr inspiriert? Denn sowohl vom Thema als auch von der Machart erinnert der Spot schon stark an Ronia Adl-Tabatabais Film „Die beste Entscheidung im Leben des Torsten B.“, in dem ich letztes Jahr eben jenen Thorsten gespielt habe. Denkt Ihr nicht auch?

Die beste Entscheidung im Leben des Thorsten B.

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Standard
Cola-Rot! It's in his kiss!
almost a diary, cinema, filme, Kurzfilm, short film

9./10.9.2015, 0:35, Unicato – Cola-Rot im MDR

In der Nacht von Mittwoch den 9.9. auf Donnerstag den 10. 9. 2015 könnt Ihr Hagen und Manuela ab 0:35 bei ihren Irrungen und Wirrungen der Liebe zuschauen, wenn der Film von Ronia Adl-Tabatabai, Sebastian Linke und mir im Rahmen von Unicato – Junger Film im MDR  (facebook) ausgestrahlt wird. So lautet auch das Thema der Sendung: „Irrungen und Wirrungen der Liebe.“ Welche anderen Irrungen und Wirrungen es zu sehen gibt, könnt Ihr hier erfahren:http://www.mdr.de/unicato/septembersendung102.html.

Eine Seite in der MDR-Mediathek hat der Film jetzt auch: da gibt es Making-of Bilder und noch ein paar Zusatzinfos.

Mehr Infos über Cola-Rot findet ihr auch auf facebook und in der IMDB.

Standard
facebook link, politics, US Politics, USA

Contractualizing human sexuality.

It’s strangely fascinating to see how the American puritan and contractualist cultural heritage seems to interact with well-meaning (mostly feminist) „consent activism“ and Christian/social conservatism. Here’s a great article from the NY Times outlining the extent and current legal status of prospective regulation.

Given the tendencies outlined in the NY Times article, I supppose it’s not entirely absurd to imagine how the – I think – generally well-meaning activists will wake up one day and wonder how they managed to accidentally contribute to ending the „age of acquarius“ – the generally permissive socio-
sexual climate resulting from the „sexual revolution“.

And when they wonder how that happened, one of the answers may be found in a recent poll published in the Washington Post, question 32 of which inquires whether it’s worse if an innocent person gets punished for sexual assault, or a guilty person gets away with it.

While I thought „in dubio pro reo“ would be a no-brainer, a principle deeply rooted in all but very few people’s intuitive understanding of justice, that is apparently not the case for current US students and recent graduates, which were surveyed. Half of the respondents think that it’s worse if a guilty person gets away than if an innocent person is punished. I suppose that also explains a lot more about the US judicial system than merely bizarre attempts to legally regulate sexual activity.

http://apps.washingtonpost.com/g/page/national/washington-post-kaiser-family-foundation-survey-of-college-students-on-sexual-assault/1726/

There’s a number of really interesting items in the survey, although many reply ratios make me wonder if people were either lying to give what they assumed to be socially acceptable answers or simply did not understand the question as such.

originally appeared on facebook: https://www.facebook.com/tobias.schwarz/posts/10154215528294062

PS – if you ever need one, here’s how you get your consent contract: http://consentgear.com/collections/frontpage/products/consent-matchbook-consent-kit-with-condom-contract-consentconscious

Standard
Allgemein

#merkelstreichelt

„Ich möchte Dich einmal Streicheln.“

Daß weniger abstrakte Gesellschaften weniger Leid erzeugen wäre eine alberne Behauptung, sonst gäbe es für viele Menschen ja gar keinen Grund, aus ihrer Heimat zu fliehen. Aber selten kommt der mikroinstitutionalistische Konflikt von Regelsystem und Menschlichkeit so klar und für alle schmerzhaft zum Vorschein wie hier. Es ist der Kanzlerin anzurechnen, daß sie hier am Ende ein wenig als Mensch aus ihrem Amt heraustritt, nachdem sie zuerst nicht verstanden zu haben schien, daß das Mädchen eben kein Amt hat, daß es ihr wohl kaum um eine Performance im politischen Theater ging – „Das hast Du doch gut gemacht!“ – auch wenn die Situation dadurch erst Recht peinlich wurde. Aber solche Momente des medialen und kontextuellen Regelbruchs erzeugen ihre eigene politische Dynamik, egal wie abstrakt das Regelsystem ist, das die Personen in Funktionen einbindet. Man wird sehen, was die Begegnung mit diesem Mädchen mit Angela Merkel – und vielleicht uns allen – machen wird.

(crossposted from: https://www.facebook.com/tobias.schwarz/posts/10154131856674062)

Standard
Sex or Six Scrabble
almost a diary, battleofthesexes, sex

Master of Sex – der Kinsey von Mainz

Vor ein paar Monaten wurde ich über eine Pressemitteilung der Uni Mainz auf eine höchst spannende Studie zum Thema „Casual Sex“ aufmerksam, die Andreas Baranowski vom Psychologischen Institut der Uni Mainz durchgeführt hat. Irgendwann im April haben wir uns daher mal zwei Stunden zusammengesetzt und darüber gesprochen. Seitdem hat es die Studie sogar schon bis in die Radioshow von Dan Savage in den USA geschafft. Ein paar Ergebnisse meines Gesprächs mit dem „Kinsey von Mainz“ habe ich für Campus Mainz festgehalten, nachzulesen sind sie hier:

Das Geheimnis für spontanen Sex? Frauen sind komplexer. Und Männer auch.

Bildquelle: CC Attribution 2.0 Generic, Jonathan Rolande, https://www.flickr.com/photos/jonathanrolande/16986902546/

Standard
"PEGIDA DRESDEN DEMO 12 Jan 2015 115724078" by Kalispera Dell - http://www.panoramio.com/photo/115724078. Licensed under CC BY 3.0 via Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:PEGIDA_DRESDEN_DEMO_12_Jan_2015_115724078.jpg#mediaviewer/File:PEGIDA_DRESDEN_DEMO_12_Jan_2015_115724078.jpg
facebook link, philosophy

Of Popper and Pegida. Open societies and anthropological imperatives.

It’s funny. Back at the LSE, where Popper taught and where I lived in an apartment named after him, when I wondered about the anthropological appropriateness of human coordination, I concentrated mostly on the problems arising from human interest seeking with guile given bounded human rationality. I never even wondered what else could challenge an open society.

Now, looking at the recent electoral successes of the populist right in some European countries, the new confused protests against „the system“ like Pegida in Dresden, and – as in the case of the young woman of the Polish nationalists portrayed in the Guardian’s video below – the intense desire of *inherent belonging*, I’m wondering more and more about the anthropological appropriateness of the more and more abstract societies that we live in – that our way of life technologically requires. Dissociation. What a philsophical chameleon. How can we combine these two layers in a way that takes both abstract universalism and the desire for inherent belonging seriously? Particularly when it’s a year without a Football Championship?

It’s a truly imperfect analogy, but somehow this reminds me of the way the Israeli sociologist Eva Illouz considers BDSM/50 Shades of Grey as a self-help movement trying to come to terms with the immensely conflicting modern individual meta narratives of autonomy and love. Ourselves dissociating from ourselves, in a way. Of course, putting this conflict on a stage doesn’t reconcile it – autonomy necessarily wins the real world. That’s how we rationally want it, even though we can’t seem to handle it.

So, in a way, the real question for us, in this dilemma, becomes: Knowing that, how can we let ourselves believe we still believe in love? And, in turn: Can we find a way to not feel dissociated in an abstract society, knowing that we are, and that we choose to be?

Are we able of believing that conscious lie? Maybe. After all, isn’t lying to ourselves how the existentialists got over the most fundamental dissociation? We *must imagine* Sisyphus happy, don’t we?

https://embed.theguardian.com/embed/video/world/video/2015/jan/19/pretty-radical-young-woman-poland-far-right-video

Originally posted on my Facebook profile – http://ift.tt/1zsUABC
Image source: „PEGIDA DRESDEN DEMO 12 Jan 2015 115724078“ by Kalispera Dell – http://www.panoramio.com/photo/115724078. Licensed under CC BY 3.0 via Wikimedia Commons.

Standard
facebook link

Mehr Überwachung ist definitiv *nicht* Charlie.

Netzpolitik.org berichtet über erneute Überwachungsvorschläge der europäischen Innenminister, die heute in Paris vorgestellt wurden.

Man kann schlicht nie ausschließen, daß sich Irre eine Kalschnikow besorgen. Das Risiko kann nicht durch aktivistische, freiheitsbeschränkende Sicherheitspolitik.reduziert werden, sondern nur durch die eindeutige gesellschaftliche Botschaft, daß Terror eben nicht terrorisiert. Es sind die morgenluftschnuppernden Innenpolitiker, die das im Gegensatz zu immer mehr Menschen und Gerichten nicht verstehen und jetzt mal wieder die vermeintliche Gunst der Stunde zum Durchdrücken umstrittener Überwachungmaßnahmen nutzen wollen.

Aber wer die Freiheit beschränken will, um sie zu retten, ist nicht Charlie.

Crossposted auf facebook – https://www.facebook.com/tobias.schwarz/posts/10153547918744062

Bildquelle: „Rassemblement 07 janvier 2015 Charlie Hebdo (6)“ by Corentin BéchadeOwn work. Licensed under CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons.

Standard